Reisemagazin
Kommentare 1

Kleine Katastrophen auf Reisen gehören dazu – und wie man sie meistert

Kleine Katastrophen auf Reisen gehören dazu - und wie man sie meistert

Yeah, was für eine Odyssee! Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich endlich auf Bali angekommen. Der Flug zog sie hin wie Kaugummi und mein achtstündiger Aufenthalt in Doha war einfach nur unheimlich langatmig. Wenn man alleine reist und unterwegs niemanden zum Reden hat, vergeht die Zeit offenbar noch langsamer als sie das sonst schon macht. Bis zu meiner Ankunft in Denpasar hatte alles reibungslos geklappt. Innerlich machte ich nach jeder Hürde einen Haken hinter meine imaginäre Checkliste.

  • Die Zugfahrt nach Brüssel heil überstanden
  • Eingeheckt am Flughafen
  • Zwischenstopp überlebt
  • Koffer ist nicht verschwunden
  • Durch den Zoll gekommen

Verwirrung am Flughafen

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mir fällt es immer schwer mich auf Flughäfen zurechtzufinden. Ich laufe dann wie ein verirrtes Lämmchen durch die Gegend und weiß nicht, was ich so recht machen soll. Wo checke ich noch mal ein? Wo muss ich danach hin? Wie war das noch mal mit dem Gate? In Deutschland ist das alles schon kompliziert genug, auf ausländischen Flughäfen ist meine Verwirrung dann komplett. So sehr, dass ich in Brüssel schon auf dem Weg zum Gate war, als mir eingefallen ist, dass ich meinen Koffer ja noch abgeben muss. Selbst den Kontrolleuren ist es nicht aufgefallen, dass ich sowohl Koffer als auch Handgepäck bei mir hatte und so ließen sie mich einfach durch die Sicherheits-Türen. Erst der netten Dame an der Gepäck-Kontrolle ist es dann aufgefallen, dass ich ja noch meinen Koffer dabei hatte. Das war die erste kleine Panne auf meiner  Bali-Reise – und sie sollte nicht meine letzte sein. Doch zum Glück war diese nur halb so wild. Also wieder alles auf Anfang und zurück zum Check-In. Dann habe ich es auch richtig gemacht.

Die nächste Reisepanne

Die nächste Katastrophe sollte nicht lange auf sich warten lassen. Ich hatte es schon irgendwie im Gefühl, dass etwas schiefgehen wird. Und so war es dann auch. Mein Transfer zum Hotel war nicht da. Am Ausgang vom Flughafen stehen normalerweise viele Menschen mit Schildern, auf denen wiederum die Namen der Fahrgäste stehen. Mein Name war aber nicht zu finden. Egal wie oft ich an der Menschentraube entlang lief, ich fand ihn einfach nicht. Also beschloss ich erst einmal Geld am ATM zu ziehen. Schließlich musste ich ja offenbar ein Taxi nehmen, um zum Hotel zu gelangen.

Überforderung am ATM

Am ATM dann heillose Überforderung. Ähm, was muss ich hier eigentlich drücken? Wenn man zu zweit reist, kann man sich zumindest irgendwie beratschlagen. Wer alleine reist, muss das Problem natürlich irgendwie alleine lösen. Ich probierte mein Glück. Das funktionierte allerdings nicht. Nach dem Drücken diverser Tasten am Geldautomaten, kam am Ende schließlich die Meldung, dass ich das Service-Center anrufen soll. In mir kam leichte Panik auf. Was ist, wenn ich auf Bali kein Geld abholen kann? Was passiert, wenn der Automat gleich die Karte einbehält, wenn ich es noch mal probiere? Es nützte alles nichts, ich brauchte ja das Geld. Also fragte ich einfach den nächstbesten, der neben mir stand – und zum Glück hatte der mehr Ahnung als ich.

Mulmige Taxifahrt

Danach ging ich wieder die Reihen der Menschen mit den Schildern ab. Noch immer war mein Name nicht zu finden. Ich begann leise zu fluchen. Mein suchender Blick lockte dann einen Taxifahrer an, der mich schließlich zum Hotel fahren wollte. Ich folge ihm auf den Parkplatz zu einem großen, weißen Van. Und mir war ziemlich mulmig zumute. Der Taxifahrer fragte mich, ob ich Freunde auf Bali habe. Ich erwiderte: „Ja, ganz viele. Die treffe ich alle hier.“ Er würde mich schon nicht verschleppen, wenn er weiß, dass ich vermisst werde. Das hoffte ich zumindest.

Lonely Girl

Auf der Fahrt schwieg ich und hing meinen Gedanken nach. Ich fragte mich, ob es so eine gute Idee war, alleine ans andere Ende der Welt zu reisen. Ich fühlte mich irgendwie einsam so mitten in der Nacht in einem Taxi mit einem völlig Fremden. An mir zogen die Häuser und Straßen vorbei, als ich aus dem Autofenster blickte. So alleine hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Und ich war so müde. Ich wollte einfach nur in mein Bett. Doch das war nicht so leicht zu finden.

Ziellos durch die Nacht

Der Taxifahrer kurvte in Canggu völlig ohne Plan durch die Gegend und fand mein Bed & Breakfast einfach nicht. Wir fuhren hin und her, drehten auf den engen Straßen, blieben stehen, guckten abwechselnd aufs Navi und auf meine Buchungsbestätigung und waren beide völlig ratlos. Er, weil er nicht wusste wohin er mich fahren sollte. Ich, weil ich wieder einmal die wildesten Gedanken hatte. Ich habe das erste mal über AirBnB gebucht. Was, wenn es die Unterkunft gar nicht gibt? Wenn die Bewertungen vom Hotel alle gefälscht sind? Wo sollte ich heute Nacht und den Rest meines Aufenthaltes schlafen? Würde ich mein Geld wiederbekommen? All das schoss mir durch den Kopf und ich wurde immer verzweifelter. Am Ende beschloss ich, mir ein anderes Hotelzimmer zu suchen und den armen Taxifahrer zu entlassen. Es war inzwischen halb drei Uhr in der Nacht, die Stadt war stockdunkel und bis auf ein paar streunende Hunde war niemand auf den Straßen zu sehen.

Auch Plan B geht schief

Ich sagte dem Fahrer, er solle mich zum Frii Echo Beach Hotel bringen. Da war ich letztes Jahr und dies gab mir etwas Sicherheit. Außerdem war das Hotel ganz in der Nähe meiner eigentlichen Unterkunft. Der Fahrer fuhr los – allerdings nicht zum Hotel. Denn plötzlich waren wir am Echo Beach. Dort war noch Party angesagt und ich überlegte kurz, einfach meinen Koffer zu nehmen und die Nacht in einer Strandbar zu verbringen. Nur kurz allerdings. Offenbar hatte der Fahrer keinen Schimmer, wohin ich eigentlich wollte, doch nach ein paar wilden Erklärungsversuchen meinerseits landeten wir endlich am Frii Echo Beach Hotel. Doch auch hier nahm mein Pech kein Ende. Es gab nämlich kein einziges freies Zimmer. Der Taxifahrer rauchte noch eine, bevor er weiterfuhr. Und obwohl ich vor ein paar Monaten mit dem Rauchen aufgehört hatte, war mir so dringend nach einer Zigarette wie schon lange nicht mehr. Das brauchte ich jetzt und so schnorrte ich mir auch eine. Allerdings zog ich nur zwei-, dreimal daran und warf die Zigarette dann doch wieder weg. Das musste jetzt nicht auch noch sein, dass ich wieder mit dem Rauchen anfange.

Hilfe in der Not

Nachdem der Taxifahrer meine Lage mit dem Hotelportier besprochen hatte, schicke man mich zum Homestay nach nebenan. Dort schlief der Portier auf einer Liege hinter der Rezeption. Ich weckte ihn, aber auch hier war kein Zimmer mehr frei. Ich wusste so langsam echt nicht mehr, ob ich lachen oder weinen sollte. Es war einfach zum Haare raufen. Vor Ort war eine Sitzecke mit einer Couch. Ich fragte, ob ich dort bis zum Morgen bleiben dürfte, aber das ging auch nicht. Der Taxifahrer hatte sich inzwischen aus dem Staub gemacht. Aber der Typ an der Rezeption war sehr nett und überlegte mit mir zusammen, wo sich meine Unterkunft befinden könnte. Wir fuhren dann sogar mit seinem Roller dorthin und… Überraschung… wir fanden sie schließlich. Ich schulde dem Mann definitiv einen Drink. Meine Bedanken, dass ich in meiner Unterkunft niemanden vorfinden würde und ich bis zum Morgen auf den Pool-Liegen schlafen müsste, waren ebenfalls unbegründet. Auch hier gab es einen Nachtportier und der führte mich schlussendlich auf mein Zimmer. Der hilfsbereite Mann vom Homestay und mein Nachtportier holten dann auch noch meinen Koffer von dort ab und ich sank anschließend völlig fertig in mein Bett. Von Katastrophen hatte ich erstmal die Nase voll.

Tipps für kleine Katastrophen

Was soll ich sagen? Kleine oder große Katastrophen wird jeder mal auf seiner Reise erleben. Die passieren einfach und man muss einfach das Beste daraus machen. Wenn man alleine reist, ist es natürlich besonders heikel. Man muss das Problem selbst lösen und hat niemanden zum beratschlagen. Also was kannst du tun, wenn auf Reisen etwas schief geht?

  1. Bleib ruhig und gerate nicht in Panik!
  2. Mache dich nicht mit irgendwelchen Hirngespinsten verrückt!
  3. Überlege dir Alternativen und weitere Möglichkeiten!
  4. Sei flexibel, wenn es mal nicht so läuft, wie du es geplant hast!
  5. Bitte andere Leute um Hilfe! Die meisten verstehen deine Lage und werden dir ihre Unterstützung anbieten.

Hast du auch schon mal die eine oder andere Katastrophe auf Reisen oder im Urlaub erlebt? Berichte mal 😉

 

1 Kommentare

  1. Liebe Kati, wenn Du noch öfter unterwegs bist, dann wirst Du sicher auch die Erfahrung machen, dass immer alles gut geht.
    Der Trick ist, seine Gedanken auszurichten auf das, was man erleben möchte und sich nicht auf die Ängste konzentrieren oder das was schief gehen könnte.
    Ich weiß aber noch, wie ich vor 20 Jahren auf meiner ersten großen Reise, an meinem ersten Tag in Indien, irgendwo in Delhi in einem kleinen Hotelzimmer unter dem Deckenventilator lag, und dachte: „Ob ich dieses Zimmer wohl jemals verlassen werde?“ Und dann begannen 6 Monate Abenteuer und unter den Sternen schlafen. Seitdem ist Reisen für mich ein Flow, es ist so natürlich, dass es einfach läuft.
    Ich wünsche Dir noch sooo viele tolle Erlebnisse unterwegs.
    Alles Liebe, Birgit ( http://www.bewusstwandlerin.de )

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.